• Technik und Leistung. In unserer komplexen technischen Welt sind Pumpen und Armaturen wichtige Funktionselemente. Nur wenn sie effizient und störungsfrei arbeiten, können ­Anlagen in der Industrie- und Kraftwerkstechnik, in der Wasser- und Abwasserwirtschaft, in Gebäuden und im Bergbau ihre gewünschte Leistung bringen. Dafür ist Spitzentechnik gefragt, wie sie KSB seinen Kunden verspricht. Hochqualifizierte Mit­arbeiter stellen sie weltweit bereit. Ihr gemeinsamer Anspruch: durch hervorragende Produkte und Leistungen die Kunden ­erfolgreich machen. Dazu entwickeln sie immer wieder wegweisende technische Lösungen, wie drei Beispiele in diesem Bericht zeigen.

  • „Das Ballastwasser von rund 60.000 Schiffen gefährdet die Ökologie der ­Weltmeere. Unser Reinigungssystem kann helfen, fremde Organismen fern­zuhalten – ganz ohne Chemie.“

    Shraddha Arjun Marwadi
    Mitglied im Projektteam „Ballastwasseraufbereitung“
  • Effizient gegen fremde Organismen

    Ballastwasser-Reinigungssystem

    An der gesamten amerikanischen Westküste hat sich die Muschel Limnotherma protonei aus Asien verbreitet. Ohne natürliche Feinde konnte sie sich massenhaft vermehren und verstopft nun die Kühlwasser-Zuläufe von Kraftwerken und Industrieanlagen. In umgekehrter Richtung gelangte die ame­rikanische Rippenqualle ins Kaspische Meer und konkurriert dort mit anderen Meerestieren um Nahrung. Eine Folge für die Menschen vor Ort: Der Fischfang ging signifikant zurück. Rund um die Erde verursachen eingeschleppte exotische Arten in Gewässern enorme ökologische Schäden und Milliardenkosten. In das fremde Ökosystem kommen die Organismen durch Ballastwasser, das Schiffe während ihrer Fahrt zur Stabilisierung sowie zum Ausgleich der Ladung benötigen und in den Häfen aus ihren Tanks ablassen. Gemeinsam mit der Fachhochschule Emden und der TU Kaiserslautern hat KSB ein innovatives Filter- und UV-System entwickelt, das ohne Chemiezusätze auskommt. Es filtert schon bei der Wasseraufnahme in die Tanks größere Organismen und Partikel aus. Der Filter selbst wird während des Reinigungsprozesses mittels des aufgenommenen Wassers rückgespült. UV-Bestrahlung mit einer energiesparenden Niedervolt-Lampe macht anschließend noch verbliebene Mikroorganismen unschädlich – eine 100-prozentige und kosteneffiziente Lösung, die auch auf engstem Raum an Bord funktionieren muss. Die bisherigen Tests haben durchweg positive Ergebnisse gebracht, sodass wir eine Markteinführung prüfen. Die Ballastwasser-Reinigung ist für die Schiffseigner nicht allein ein ökologisches, sondern tatsächlich ein existenzielles Problem. Die United States Coast Guard hat beschlossen, dass schon in den kommenden Jahren kein Schiff mehr ohne Ballastwasser-Anlage die US-Gewässer befahren darf. Auch die internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO der Vereinten Nationen hat Richtlinien erlassen, denen Ballastwasser-Reinigungssysteme künftig zu entsprechen haben. So müssen weltweit rund 60.000 Schiffe nachgerüstet werden – ein Markt mit Potenzial.

  • „Nur zwei Schrauben müssen unsere Kunden lösen, um den Kegel zu ­demontieren. Damit ist der neue Hydrozyklon so wartungsfreundlich wie kaum ein anderes Produkt.“

    Bill Wong
    Produktmanager Hydrozyklon
  • GIW-Hydrozyklon

    Zuverlässiger Hydrozyklon

    Phosphat-Gestein in den USA, Ölsand in Kanada oder Kupfererze in Chile: Im Bergbau fördern Fest­stoffpumpen Tag für Tag unter extremen Bedingungen Hunderte verschiedener Materialien. Als Ergänzung dieser Pumpen, die Feststoff-Flüssigkeits-Gemische transportieren, hat das US-amerikanische ­KSB-Tochterunternehmen GIW Industries Inc. einen Hydrozyklon entwickelt. Er trennt die Mineralpartikel im Feststoff-Flüssigkeits-Gemisch nach Größe und Dichte, so zum Beispiel Sand oder Erz von Wasser ­sowie Erze voneinander. Er besteht aus einem stehenden zylindrischen und einem daran anschließenden konischen Rohr. Das Verfahren: Durch die Einlaufdüse gelangt das Gemisch in den Hydrozyklon und wird in der runden Form in Rotation versetzt. Dabei lagern sich die schweren Bestandteile am Rand ab und fallen nach unten. Der verbleibende flüssige Reststrom gelangt durch die Düse nach außen. Dieses mechanische Trennungsverfahren zeichnet sich durch einen geringen Energie­verbrauch aus, zudem ist der GIW-Hydrozyklon äußerst wartungsfreundlich. Dies ist ein geldwerter Vorteil, denn der Stillstand eines Zyklons kann den Betreiber je nach Ausfalldauer zwischen 50.000 und 150.000 US-Dollar kosten. Für einen möglichst störungsfreien Betrieb und schnelle Dienstleistungen sorgen außerdem KSB-Servicezentren in den wichtigsten Bergbauregionen der Welt.

  • „Fossile Kraftwerke der nächsten Generation stellen erheblich höhere Anforderungen an Armaturen. Wir werden die erforderliche Technik frühzeitig bereitstellen.“

    Dr. Christopher Lange
    Leiter Produktbereich Ventile, Schieber und Regelarmaturen
  • Höchstleistung für Energie und Umwelt

    Hochleistungsschieber für neue Kraftwerke

    Bis zum Jahr 2020 sollen mindestens 20 Prozent weniger Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen als 1990 – dazu hat sich die Europäische Union verpflichtet. Zu diesem Ziel müssen fossile Kraftwerke wesentlich beitragen. Deshalb diskutieren Energieversorger und Industrie unter dem Begriff „Kraftwerke 2020+“, wie sich mehr Strom bei niedrigerem CO2-Ausstoß erzeugen lässt. Ein wesentlicher Baustein: die Steigerung des Wirkungsgrades durch Anhebung des Drucks und der Temperaturen in den Dampfkesseln von jetzt maximal 600 ° C in sehr effizienten Kraftwerken auf mehr als 700 ° C. Das stellt extrem hohe Anforderungen an die Belastbarkeit des Materials, dafür braucht es innovative Technik und spezielle Werkstoffe. Im Rahmen des Verbund-Forschungsprojekts „725 HWT GKM“  hat KSB deshalb neu entwickelte Hochleistungsarmaturen im Großkraftwerk Mannheim getestet – mit ­Erfolg. Zwei Prototypen der Hochdruckschieber ZTS waren bei Temperaturen von bis zu 725 °C knapp zwei Jahre im Einsatz; zuvor hatten bereits Hochdruckventile ihre Eignung unter Beweis gestellt.

    Die Grundkonstruktion dieser im KSB-Werk Pegnitz entwickelten Armaturen hatte sich bereits seit ­Jahrzehnten in Kraftwerken bewährt. Entsprechend den künftigen Anforderungen hat KSB das Produkt ­optimiert: So sind die Armaturen aus einer gegen Hochtemperaturen beständigen Nickel-Basis-Legierung gefertigt, ein kugelförmiges Gehäuse reduziert thermische Spannungen, verlängerte Bügelarme schützen die Antriebe vor den Einflüssen des heißen Dampfs. Ziel der Langzeittests: die Einsatzgrenzen der Armaturen unter diesen extremen Betriebsbedingungen ermitteln. Die Erkenntnisse dienen als ­Basis, um Komponenten für zukünftige Kraftwerke mit Dampftemperaturen von mehr als 700 ° C zu konstruieren – damit auch KSB-Technik ihren Beitrag leistet, das Klimaziel zu erreichen.

Geschäftsbericht 2014

Technik und Leistung

Technik und
Leistung

Neue Technik für
den Schutz der Meere

Neue Technik für
den Schutz der Meere

Neue Technik zur
Rohstoffgewinnung

Neue Technik zur
Rohstoffgewinnung

Neue Technik zur
CO2-Reduktion

Neue Technik zur
CO2-Reduktion

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