Chancen- und Risikobericht

Als weltweit tätige Unternehmensgruppe ist der KSB Konzern gesamtwirtschaftlichen, branchentypischen, finanzwirtschaft­lichen und unternehmensspezifischen Risiken ausgesetzt. Unsere Risikopolitik richten wir darauf aus, nachhaltig und profitabel zu wachsen. Hierzu streben wir an, die mit unserer Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken zu mindern und wo möglich zu vermeiden. Gleichzeitig bieten unsere globale Ausrichtung und unser breites Produktspektrum eine Fülle von Chancen. Hierzu zählen wir insbesondere solche, die auf Basis der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entstehen, aber ebenso diejenigen, die sich mit der Qualität und Wirtschaftlichkeit unserer Produkte verbinden. Auch der Ausbau unseres weltweiten Vertriebs- und Produktionsnetzes verbessert unsere Wettbewerbsposition. Dabei überprüfen wir stets Möglich­keiten, unsere globale Präsenz weiter zu erhöhen; das erreichen wir einerseits durch Neugründungen, andererseits durch Akquisitionsprojekte.

Chancen sowie Risiken verstehen wir als mögliche zukünftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer Prognose- oder Zielabweichung führen können. Dies gilt in positiver wie negativer Hinsicht. Um die vielfältigen Chancen und Risiken kompetent und effizient zu managen, richten wir unser Handeln entsprechend aus und orientieren uns bei der Auswahl der Verantwortlichen am jeweiligen Sachverhalt. Wichtige Überwachungsaufgaben übernehmen dabei das Controlling, das Finanz- und Rechnungswesen sowie die Interne Revision.

Risikomanagementsystem

KSB hat ein konzernweites Risikomanagementsystem implementiert, um relevante Risiken zu erfassen, zu bewerten und an die Konzernzentrale zu melden. Der Risikomanagement-Prozess des KSB Konzerns besteht aus den aufeinanderfolgenden Phasen der Identifikation, Bewertung, Steuerung, Kontrolle, Erfassung und Kommunikation von Risiken. Die sechs Phasen bilden einen kontinuierlichen und IT-gestützten Regelkreislauf. Dieser ist in unserem Risikomanagement-Handbuch ebenso dokumentiert wie die Verantwortung des Managements und die Beschreibung aller relevanten Aufgaben.

Die Verantwortlichen sind angehalten, rechtzeitig Maßnahmen zu definieren und durchzuführen, um Schäden, wie sie aus dem Eintreten riskanter Ereignisse resultieren können, zu vermeiden oder zu begrenzen. Alle Funktional- und Zentralbe­reiche sowie Beteiligungsgesellschaften, somit auch die Gruppengesellschaften, die nicht zum Konsolidierungskreis gehören, sind in das Risikomanagementsystem eingebunden. Die jeweils Verantwortlichen sind verpflichtet, monatlich ihre Geschäfts- und Finanzkennzahlen bereitzustellen. Neben der quartalsweisen Vorschau zur Geschäftsentwicklung melden sie zweimal jährlich alle erkannten Risiken für die nächsten 24 Monate ab Meldestichtag für die Kategorien Markt- und Wettbewerbs­risiken, Technologische Risiken, Projekt- und produktbezogene Risiken, Finanzwirtschaftliche Risiken sowie Beschaffungsrisiken. Andere unternehmensspezifische Risiken (Umwelt, Personal, etc.) werden ebenfalls in diesem Turnus an die Risikomanagement-Beauftragten der Konzernzentrale berichtet. Dabei unterscheiden wir qualitative und quantitative Risiken:

Bei qualitativen Risiken handelt es sich um langfristige Entwicklungen, die sich negativ auf die KSB-Gruppe auswirken könnten und die sich aufgrund ihrer unkonkreten Informationslage nicht oder noch nicht fundiert quantifizieren lassen. Um sie dennoch bewerten zu können, schätzen wir Eintrittswahrscheinlichkeit und Tragweite ein. Bei der Eintrittswahrscheinlichkeit ist zu beurteilen, wie detailliert die Informationen sind, die auf das potenzielle Risiko hinweisen. Die Tragweite beschreibt den möglichen Einfluss des Einzelrisikos auf das EBIT des KSB Konzerns oder der betreffenden Gruppen­gesellschaft.

Bei quantitativen Risiken handelt es sich um solche mit einem möglichen monetären Einfluss auf das EBIT des KSB Konzerns oder der jeweiligen Gruppengesellschaft. Ihre Bewertung berücksichtigt in jedem Einzelfall die Eintrittswahrscheinlichkeit in Kombination mit der potenziellen Schadenshöhe.

Um zu beurteilen, ob qualitative und quantitative Einzelrisiken für uns wesentlich sind, stufen wir diese als akzeptable, neu­trale oder bedeutsame Risiken ein. Als wesentlich für die KSB-Gruppe erachten wir alle als neutral oder bedeutsam kate­gorisierten Einzelrisiken, die wir im Kapitel „Chancen und Risiken in der Einzelbetrachtung“ beschreiben. Den folgenden Matrizen ist die jeweilige Einstufung zu entnehmen:

Qualitative Risiken
Quantitative Risiken

Diese Vorgehensweise bietet uns die notwendige Transparenz, um Risiken gesamthaft zu erkennen und sie wirksam, wirtschaftlich verantwortungsvoll und kompetent zu steuern.

Die Aufgabenträger, denen spezielle Verantwortlichkeiten und Kompetenzen im Risikomanagementsystem der KSB-Gruppe zugewiesen sind, haben wir in nachfolgender Abbildung dargestellt und erläutert:

Risikomanagementsystem im KSB Konzern

Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement trägt der Vorstand der KSB AG. Dieser berichtet an den Aufsichtsrat im Rahmen regelmäßiger Sitzungen des Prüfungsausschusses und wird von ihm wiederum überwacht. Den Vorstand unterstützen der Chief Compliance Officer sowie das Konzernfinanz- und Rechnungswesen. Letzteres koordiniert den Risikomanagement-Prozess auf Gruppenebene und prüft alle gemeldeten Risiken daraufhin, ob sie für die Abschlusserstellung relevant sind. Dies stellt eine systematische Verknüpfung mit dem Prozess der Konzernrechnungslegung sicher. Vorstand und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erhalten mindestens zweimal pro Geschäftsjahr einen Risikobericht mit allen als bedeutsam oder neutral eingestuften Risiken, die im Vorfeld definierte Schwellenwerte – ohne Berücksichtigung getroffener Gegenmaßnahmen – einzeln oder kumulativ überschreiten. Besonders kritische Themen sind von den verantwortlichen Managern ad hoc zu melden. Chancen werden in diesem System hingegen nicht berücksichtigt, sondern separat bei Segmentleitern und Regionalverantwortlichen abgefragt.

Hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Risiken bedienen wir uns außerdem einer zusätzlichen Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -kommunikation. Diese Aufgabe obliegt dem zentralen Finanzwesen und ist an anderer Stelle in diesem Kapitel detailliert beschrieben.

Der Compliance-Risiken nimmt sich der Chief Compliance Officer an; er ist der Stabsstelle „Recht & Compliance, Patente & Marken“ zugeordnet. Ihn unterstützen die Mitglieder des Compliance Committees und die Compliance-Verantwortlichen der einzelnen Gesellschaften.

Die Interne Revision ist als Teil unseres internen Kontrollsystems in das Risikomanagementsystem eingebunden. In ihrer Planung priorisiert sie Themen nach Risikopotenzialen und erhält sämtliche dazu notwendigen Informationen. Die Revisoren stellen sicher, dass alle geprüften Einheiten die gültigen Richtlinien beachten, aktiv am Risikomanagementsystem teilhaben und ihre Risiken steuern oder vermeiden. Die Informationen der Internen Revision über erkannte Risiken sowie eingeleitete Gegenmaßnahmen sind integraler Bestandteil der Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates.

Unser Risikomanagementsystem wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf, beispielsweise bei relevanten gesetzlichen oder organisatorischen Änderungen, zeitnah aktualisiert. Außerdem widmet sich unser Wirtschaftsprüfer in der Jahresabschlussprüfung dem Risikofrüherkennungssystem, dessen Vorhandensein er feststellt und dessen Eignung er untersucht.

INTERNES KONTROLLSYSTEM UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM BEZOGEN AUF DEN KONZERNRECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) trägt dazu bei, eine ordnungsgemäße Finanzberichterstattung sicherzustellen. Ziel ist es zu gewährleisten, dass Konzern­abschluss und Konzernlagebericht mit allen einschlägigen Vorschriften übereinstimmen. Zentrale Elemente des IKS sind – neben dem zuvor dargestellten Risikomanagementsystem – Richtlinien und Regelwerke, die einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsvorgaben beinhalten. Sie sind von all unseren Konzerngesellschaften vollständig anzuwenden. Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip werden dabei beachtet; dies stellen Prüfungen unserer Internen Revision sicher.

Zusätzlich validiert das Rechnungswesen regelmäßig und analytisch die Plausibilität von Zeitreihen sowie von Plan-Ist-Abweichungen. Somit erkennen wir frühzeitig signifikante Veränderungen, die wir dann auf Bilanzierungs- oder Bewertungsunstimmigkeiten untersuchen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden im Anschluss auf Managementebene diskutiert.

Die Verantwortung für die Konzernrechnungslegung liegt bei den Mitarbeitern des zentralen Konzernrechnungswesens. Für bestimmte Kalkulationen im Rahmen der Rechnungslegung (beispielsweise für die Berechnung komplexer versicherungsmathematischer Pensionsverpflichtungen) ziehen wir qualifizierte externe Gutachter hinzu.

Für das Rechnungswesen des KSB Konzerns und das jeweilige Rechnungswesen der einzelnen Tochtergesellschaften gelten verbindliche Terminpläne sowie Richtlinien. Die zur Aufstellung des Konzernabschlusses anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind in einem Handbuch schriftlich fixiert, das wir fortlaufend aktualisieren und weiterentwickeln. Dieses umfasst auch die Richtlinie für die Verbuchung konzerninterner Vorgänge. Neue Rechnungslegungsvorschriften und andere offizielle Verlautbarungen analysieren wir kontinuierlich im Hinblick auf ihre Relevanz und ihre Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Dazu sind wir in regelmäßigem Kontakt mit unseren Wirtschaftsprüfern. Bei Bedarf passen wir unsere Richtlinien sowie das Handbuch entsprechend an und kommunizieren dies unverzüglich an unsere Gesellschaften. Die Einhaltung dieser Maßgaben überwacht ebenfalls das Konzernrechnungswesen. Damit reduzieren wir das Risiko, dass wir den Abschluss nicht sachgerecht aufstellen oder nicht fristgerecht veröffentlichen.

Die Abschlussinformationen aller Konzernunternehmen verarbeiten wir automatisiert mittels einer zertifizierten und geprüften Konsolidierungsstandardsoftware. Diese Daten validieren wir mithilfe systemtechnischer Kontrollen. Dabei auftretende Warnmeldungen klären die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens, bevor sie diese Daten verwenden. Die Nutzung des Konsolidierungsmonitors innerhalb unseres IT-Systems gibt die Reihenfolge der Bearbeitungsschritte strikt vor. Somit ist die fehlerfreie Verarbeitung der Daten jederzeit gewährleistet.

Damit der Prozess der Rechnungslegung reibungslos und korrekt erfolgt, beteiligen wir hieran ausschließlich Mitarbeiter mit dem entsprechenden fachspezifischen Know-how. Um das Expertenwissen dieser Mitarbeiter aktuell zu halten, werden sie regelmäßig geschult.

Für das rechnungslegungsbezogene IT-System haben wir Zugriffsberechtigungen definiert. So schützen wir die Daten vor nicht genehmigtem Zugriff sowie unzulässiger Verwendung und Veränderung. Darüber hinaus stellen die vielfältigen Prüfschritte die Qualität der Verarbeitung sicher. Sie tragen ebenso dazu bei, operationelle Risiken zu begrenzen wie regelmäßige Systemprüfungen durch den Abschlussprüfer.

CHANCEN UND RISIKEN IN DER EINZELBETRACHTUNG

Die nachfolgend dargestellten Kategorien beinhalten die als bedeutsam oder neutral eingestuften qualitativen und quantitativen Bruttorisiken sowie die wesentlichen Chancen für unsere Geschäftsentwicklung. Bedeutsamste Einflussgröße ist unverändert die konjunkturelle Entwicklung, alle übrigen Chancen und Risiken bewerten wir als nachrangig.

Märkte / Wettbewerb

Veränderungen in den ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen beeinflussen unser Geschäft. Hierzu gehört der Verfall des Ölpreises, der in den ölproduzierenden Ländern nachfragehemmend wirkt. Um negative Auswirkungen auf unser Geschäft zu begrenzen, begegnen wir diesem Risiko durch eine Intensivierung unserer Kundenkontakte.

Die zugespitzte Entwicklung im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine birgt die Gefahr einer weiteren Schwächung der dortigen Marktchancen, gerade auch für den Export nach Russland. Dies erfordert unsererseits einen engen Informationsaustausch mit der KSB-Gesellschaft vor Ort, schnelle Entscheidungswege und eine verstärkte Lokalisierung unserer Aktivitäten.

Unverändert kritisch sehen wir in einigen europäischen Ländern, unter anderem in Italien, die hohe Verschuldung der dortigen öffentlichen Haushalte. Sie bergen das Risiko einer Rezession, welche die Nachfrage nach unseren Produkten beeinträchtigen würde.

Branchen mit langen Investitionszyklen beeinflussen den Erfolg unseres Projektgeschäfts. Dort kann es dazu kommen, dass Kunden Auftragsvergaben verzögern. Die nach wie vor bestehenden Überkapazitäten auf der Anbieterseite spiegeln sich unverändert in einem intensiven Wettbewerb wider. Dadurch hält der Druck auf die Verkaufspreise unserer Produkte an. Darüber hinaus drängen vor allem asiatische Wettbewerber vermehrt mit ihren Erzeugnissen auf den globalen Markt.

Dem Risiko von Konjunktur- und Nachfrageschwankungen begegnen wir dadurch, dass wir in mehreren Marktbereichen und Branchen mit unterschiedlichen Konjunkturzyklen aktiv sind. Außerdem beobachten wir die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unsere Marktbereiche. Falls erforderlich, passen wir Kapazitäten an, verlagern Produktionseinrichtungen und setzen Einsparmaßnahmen um.

Die Energieeffizienz unserer Produkte spielt eine immer bedeutendere Rolle. Würden wir die neu gesetzten Energiestandards nicht erreichen, hätte dies dauerhaft negative Auswirkungen auf unseren Geschäftserfolg. Entsprechend haben wir uns frühzeitig auf diese Anforderungen eingestellt.

Auf Basis unserer dreigliedrigen Vertriebsstruktur sowie eines modernisierten Systems zum Kundenmanagement sind wir in der Lage, die Chancen bei unseren Bestandskunden besser zu nutzen. Zugleich wollen wir Wachstumsmöglichkeiten unserer Märkte auch über eine intensivierte Neukundengewinnung erschließen. Chancen bieten sich dabei nicht nur dort, wo KSB bereits eine gute Marktposition hat, sondern auch in Branchen, in denen einzelne oder wenige Wettbewerber dominieren und Kunden bewusst nach Alternativen suchen, beispielsweise in der Gebäudetechnik. Voraussetzung ist jeweils eine attraktive und breitgefächerte Produktpalette, ergänzt durch ein gutes Serviceangebot. Aber auch regionale Nischengeschäfte bieten Absatzchancen, die wir nutzen können.

Das Bestreben vieler Kunden, die Betriebskosten ihrer Anlagen zu verringern und daher energiesparende Komponenten zu ordern, kommt dem Vertrieb geregelter Pumpen und Armaturen ebenso entgegen wie dem Angebot von Energiesparmotoren sowie speziellen Analyse- und Beratungsleistungen. Außerdem bereiten, wie erwähnt, mehrere Staaten neue Regelwerke vor, die den Einsatz energiesparender Anlagenkomponenten vorschreiben. Dies kann die Nachfrage nach Produkten mit guten Wirkungsgraden vergrößern und damit die Geschäftsaussichten für hydraulisch optimierte Pumpen, Sparmotoren sowie automatische Regelsysteme verbessern.

Unsere besonders stromsparenden Synchron-Reluktanzmotoren werden wir 2015 erstmals über die Pumpenbranche hinaus anbieten. Zielgruppe sind die Nutzer anderer rotierender Maschinen, die entsprechende Antriebe benötigen. Gelingt es, unsere Kundenbasis für den Absatz unserer Motoren entsprechend zu erweitern, resultieren hieraus zusätzliche Chancen auf ein Neu- und Austauschgeschäft.

Wie sich unser Breitengeschäft mit Standardpumpen und -armaturen entwickelt, steht grundsätzlich in sehr unmittelbarem Zusammenhang mit dem Konjunkturverlauf. Sollte dieser in einzelnen Wirtschaftsräumen besser werden als vorhergesagt, kann es dort zu einer kräftigeren Belebung der Nachfrage kommen als erwartet. Auf diese werden wir gegebenenfalls mit den Möglichkeiten unseres globalen Fertigungsverbunds reagieren.

Weltweit hängen unsere Chancen im Projektgeschäft sehr stark von der Bereitschaft der Kunden ab, größere Vorhaben beispielsweise in der Energiewirtschaft im laufenden Jahr umzusetzen. Diese nehmen wir mit einem globalen Projektmanagement wahr, das die Kontakte zu Planern, Anlagenbauern, Endkunden und weiteren Beteiligten koordiniert. In einigen Ländern, wie zum Beispiel Indien, haben die Entscheider Infrastruktur-Maßnahmen längere Zeit verschoben. Sollte es dort zu unerwartet starken Nachholeffekten kommen, könnte dies unser Geschäft positiv beeinflussen.

Projekte / Produkte

Die Anforderungen der Märkte an unsere Produkte ändern sich ständig. Erfolg haben wir nur dann, wenn wir unsere Lieferzeiten einhalten und technisch hochwertige Produkte in einer guten Qualität zu adäquaten Preisen anbieten. Um das Risiko des Lieferverzugs zu minimieren, der zu einer verschlechterten Reputation beim Kunden wie auch zu Pönalezahlungen führen kann, kontrollieren wir ständig unsere Verkaufs- und Fertigungsabläufe. Stellen wir dabei fest, dass eine Erneuerung des Maschinenparks oder eine Erweiterung der Kapazitäten notwendig ist, überprüfen wir diese Investitionsvorhaben im Rahmen eines schrittweisen Genehmigungsprozesses. Damit begegnen wir dem Risiko von Termin- und Kostenüberschreitungen.

Eine regelmäßige Marktanalyse und -beobachtung minimiert die Gefahr, dass unsere Produkte technisch veralten oder wir sie zu nicht marktgerechten Preisen anbieten. Zugleich sind wir dem Risiko ausgesetzt, dass Billigprodukte aus Osteuropa und Asien mit dem KSB-Angebot konkurrieren. Dies erfordert ein stetiges Qualitätsmanagement, das wir konzernweit verzahnt haben.

Instrumente, um unser Produktportfolio zu stärken, sind der Aufbau neuer Gemeinschaftsunternehmen und der Kauf anderer Firmen. Hieraus ergeben sich aber grundsätzlich Risiken: Wir müssen Produkte in ein vorhandenes Programm einfügen, Prozesse harmonisieren und Mitarbeiter organisatorisch integrieren. Dem dienen definierte Abläufe für solche Projekte, Chancen-Risiko-Bewertungen und entsprechende Analyseverfahren.

In unserem Geschäft ergeben sich besondere Anforderungen für die Abwicklung von Großprojekten mit längeren Laufzeiten. Mit dieser sind stets auch Risiken verbunden. So kann es gerade hier zu Kostenüberschreitungen, verschärften Importbestimmungen, personellen Engpässen, technischen Schwierigkeiten oder Qualitätsproblemen kommen, die – einschließlich möglicher Vertragsstrafen – unsere Margen verringern. Deshalb schulen wir unsere Mitarbeiter speziell im Projektmanagement. So ermöglichen wir es ihnen, Gefahren im Zusammenhang mit länger laufenden Aufträgen frühzeitig zu erkennen. Hierzu sind unsere Projektleiter mit entsprechenden Management-Werkzeugen ausgestattet. Entscheidungen verbinden sich mit klar strukturierten Genehmigungsprozessen.

Auch bei Aufträgen mit neu konstruierten Produkten gehen wir sowohl technische als auch finanzielle Risiken ein. Die erstgenannten Risiken grenzen wir insoweit ein, als wir bei Entwicklungsarbeiten Zwischenschritte definieren und Teillösungen einer Prüfung unterziehen. Dies gilt auch für Pumpen, die wir im Rahmen eines über mehrere Jahre laufenden Großauftrages für den Bau eines neuen Kraftwerkstyps in China bereitstellen. Finanzielle Risiken minimieren wir durch entsprechende Gestaltung der Verträge. Wir achten darauf, dass Anzahlungen unsere anfallenden Kosten decken.

Für das Gewährleistungs- und Pönalerisiko bilden wir entsprechende Rückstellungen. Im Konzernabschluss 2014 waren es 45 Mio. €, im Jahr zuvor 43 Mio. €; darüber hinaus besteht kein weiteres wesentliches Restrisiko (Nettorisiko).

Im laufenden Geschäftsjahr bieten wir mit einer Reihe verbesserter Produkte den Kunden technische Vorteile, die zu einem partiell verstärkten Geschäft in der Gebäudetechnik, der Industrie, der Wasserwirtschaft und der Energietechnik führen können. Insbesondere die im Prognosebericht erwähnte Hauptkühlmittelpumpe kann zu zusätzlichen Aufträgen für in China geplante Nuklearkraftwerke führen. Voraussetzung sind erfolgreich absolvierte Tests gemäß hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen sowie entsprechende Investitionsentscheidungen seitens der Kunden.

Unsere beiden Erweiterungsvorhaben in Grovetown (USA) und La Roche-Chalais (Frankreich) werden dazu beitragen, die Fertigungsbasis zu verbessern: Mit der neuen Spezialgießerei unserer US-Tochter GIW Industries, Inc. werden wir in einer ersten Ausbaustufe bereits in der Lage sein, große Feststoffpumpen für den Bergbau in kürzerer Zeit bereitzustellen. Die neue Fertigungseinrichtung für dreifach-exzentrische Absperrklappen in Westfrankreich wird beitragen, die schon 2014 stark gestiegene Nachfrage nach diesen Flüssiggasklappen zu decken. Die bevorstehende Erweiterung unserer fertigungstechnischen Möglichkeiten können wir bereits bei Terminzusagen an unsere Kunden berücksichtigen. Dies vermag sich unter Umständen positiv auf den Auftragseingang auszuwirken, setzt aber einen planmäßigen Baufortschritt voraus.

Für unsere Norm- und Blockpumpen aus deutscher Fertigung beziehen wir bislang Komponenten von unserer Pegnitzer Gießerei. Diese haben wir begonnen zu modernisieren und auf die Fertigung höherwertiger Komponenten auszurichten. Standardgussteile für Norm- und Blockpumpen werden wir schon im Laufe dieses Jahres günstiger aus unserer indischen Gießerei sowie von einem externen Lieferanten beziehen. Damit bietet sich die Möglichkeit, preislich flexibler auf Marktanforderungen zu reagieren und angemessene Margen zu erzielen.

Finanzen / Liquidität

Als weltweit agierender Konzern sind wir vielfältigen Währungsrisiken ausgesetzt. Diesen begegnen wir mit Kurssicherungsgeschäften. Allerdings bietet unser globales Produktionsnetz auch die Möglichkeit, von Währungseffekten zu profitieren und diese gegebenenfalls im Wettbewerb mit anderen Herstellern zu nutzen. Neben Währungsunsicherheiten spielen für uns die Zinsentwicklungen an den Kapitalmärkten eine Rolle. Bei variabel verzinsten Bankdarlehen begegnen wir dem Zinsänderungsrisiko durch eine entsprechende Absicherung unserer künftigen Zinszahlungsströme.

Die neben dem Euro wichtigsten Währungen für den KSB Konzern sind der US-Dollar, die indische Rupie, der brasilianische Real und der chinesische Yuan. Sollte der Wechselkurs von unseren Planannahmen abweichen, hätte dies positive oder negative Effekte auf unser Geschäftsvolumen und auf unsere Ergebnissituation. Auch politische Krisen wie die Situation in Osteuropa sowie die Suche nach Lösungen für hochverschuldete Nationen können erhebliche Währungsschwankungen herbeiführen, wie das Jahr 2014 gezeigt hat.

Durch ein striktes Forderungsmanagement und den Einsatz von Warenkreditversicherungen vermeiden wir, dass Forderungen gegenüber Kunden nicht eingebracht werden können.

Durch Akquisitionen steigt in der Regel der Immaterielle Vermögenswert. Verzögerungen bei der Integration in die Konzernorganisation oder negative Veränderungen des Marktumfeldes vermögen aber die geschäftliche und finanzielle Entwicklung einer neuen Einheit zu beeinträchtigen. Dies kann dazu führen, dass sich der Geschäfts- oder Firmenwert verringert oder Finanzierungen zur Entwicklung dieser Gesellschaften nicht rechtzeitig zurückgezahlt werden. Daher verfolgen wir sehr genau, welchen Verlauf die Geschäfte eines von uns akquirierten Unternehmens nehmen (Post-Merger-Phase).

Risiken hinsichtlich Margen und Liquidität sind typisch für das Projektgeschäft. Neben dem anhaltenden Druck auf unsere Verkaufspreise, der die Gewinnspannen verkleinert, gehören dazu ungünstige Vertragskonditionen wie reduzierte Anzahlungen und schärfere Pönalebedingungen. Da wir unsere Genehmigungsprozesse in der Angebotsphase genau beachten und laufend unsere Nettofinanzposition überwachen, minimieren wir dieses Risiko. Dies versetzt uns zugleich in die Lage, Liquiditätsengpässe zu erkennen und zu vermeiden. Gegebenenfalls sichern wir ausreichende Liquidität, indem wir frühzeitig entsprechende Kreditlinien vereinbaren.

Anhaltende Rezessionen oder neu aufkommende Krisenherde können die Finanzsituation unserer Kunden beeinträchtigen. Hieraus resultierende Zahlungsverzögerungen sowie Forderungsausfälle würden unsere Ertragslage belasten. Der gleiche Effekt entstünde, wenn sich Devisenbestimmungen einzelner Länder verschärften. Diesem begegnen wir durch ein striktes Forderungsmanagement und intensive Kundenkontakte.

Bei Steuersachverhalten ist die weltweite Ausrichtung unserer Aktivitäten zu berücksichtigen. Aufgrund unserer operativen Tätigkeit in einer Vielzahl von Ländern mit unterschiedlichen Steuergesetzen und Verwaltungsauffassungen sind differenzierte Beurteilungen bei der Bemessung unserer Steuerverbindlichkeiten erforderlich. Unsicherheiten bestehen möglicherweise aufgrund der unterschiedlichen Interpretation von Sachverhalten durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Diese können bei Betriebsprüfungen zutage treten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit externen lokalen Steuerspezialisten begegnen wir dem Risiko steuerlicher Nachzahlungen. Da wir unklare Sachverhalte fortlaufend kontrollieren, können wir regelmäßig eine entsprechende Einstufung der Eintrittswahrscheinlichkeit vornehmen. Sollte sich daraus ein Nachzahlungsbedarf ergeben, bilden wir rechtzeitig entsprechende Rückstellungen. Im Konzernabschluss 2014 sind für solche Sachverhalte, die als signifikantes oder neutrales Risiko eingestuft werden, rund 3 Mio. € berücksichtigt.

Beschaffung

Rohstoffpreise und Beschaffungszeiten unterliegen starken marktbedingten Schwankungen. Dies kann unsere Ergebnissituation dann negativ beeinflussen, wenn es uns nicht gelingt, Kostensteigerungen zu kompensieren oder an unsere Kunden weiterzugeben. Auch Verzögerungen oder Engpässe in unserer Versorgungskette für Rohstoffe und Komponenten können unsere geschäftlichen Aktivitäten beeinträchtigen. Wenn wir nicht zeitnah von sinkenden Beschaffungspreisen profitieren, würde sich, bei anhaltendem Druck auf die Verkaufspreise unserer Produkte, die Ertragslage verschlechtern.

Um mit qualitativ hochwertigen Produkten auf Dauer preislich wettbewerbsfähig zu sein, suchen wir weltweit nach Lieferanten, die uns Rohstoffe und Komponenten in der gewünschten Güte und Menge, aber zu vorteilhaften Konditionen bereitstellen. Dabei richten wir uns nicht allein nach Preis und Qualität, sondern betrachten die Einsatzstoffe unter Gesamtkostenaspekten. Zu den ausgewählten Lieferanten pflegen wir ein partnerschaftliches Verhältnis. Wir schaffen eine beiderseitige Vorteilssituation, die eine hohe Flexibilität und Zuverlässigkeit begründet. So sind wir in einer guten Ausgangsposition, zugesagte Lieferzeiten sowie definierte Qualitätsstandards einzuhalten und damit die Bindung unserer Kunden zu erhalten und zu stärken. Allerdings sind wir auch darauf bedacht, Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten zu vermeiden. Dementsprechend ist es uns wichtig, stets eine ausreichende Anzahl alternativer Bezugsquellen zu kennen und gegebenenfalls nutzen zu können.

Technologie / Forschung und Entwicklung

Für unsere erfolgreiche Zukunft ist es essenziell, über ein Produkt- und Leistungsprogramm zu verfügen, das in Technik, Preis und Lieferzeit marktgerecht ist. Die sich ändernden Bedürfnisse unserer Kunden wie auch neue Normen und Vorschriften – gerade in zukunftsträchtigen Märkten wie China – erfordern es, unsere Erzeugnisse sowie unsere Leistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Die für Innovationen nötige Forschung und Entwicklung verbrauchen erhebliche finanzielle Mittel und personelle Ressourcen, wobei deren Einsatz aber nicht in jedem Einzelfall erfolgreich sein kann.

Neue Dimensionen: Die Komponenten für Feststoffpumpen folgen dem Trend zu größeren Anlagen im Bergbau.

Um negative Auswirkungen auf die Ertragslage zu vermeiden, ist es wichtig, die marktbedingten oder technischen Risiken frühzeitig zu erkennen. Hierfür aktualisieren wir ständig unseren Entwicklungsprozess, zu dem verschiedene Kontrollstufen gehören. Da in diesen Prozess regelmäßig Mitarbeiter aus dem Verkauf eingebunden sind, können Risiken, die aus zwischenzeitlichen Veränderungen in den Märkten oder Anwendungsbereichen resultieren, rechtzeitig in die Beurteilung einfließen. Gleichzeitig ermöglicht uns diese enge Verzahnung, schneller als unsere Konkurrenz auf neue Markttrends zu reagieren.

Sich verändernde technische Prozesse bieten Raum für neue Produkte. Hierzu gehören beispielsweise Verfahren, um Energie effizienter zu nutzen, Wasser besser aufzubereiten und Rohstoffe kostensparender zu gewinnen. Unser Netzwerk mit Technologiepartnern, Kunden und Lieferanten sowie Repräsentanten aus Wissenschaft und Politik erlaubt es uns, solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und unser Produktprogramm entsprechend zu modifizieren. Allerdings müssen wir auch darauf achten, unser Know-how entsprechend zu schützen. Dies gelingt nur, wenn wir unsere IT-Systeme technisch hinreichend absichern sowie frühzeitig Patente und Marken anmelden.

Mit unseren Forschungs- und Entwicklungskapazitäten arbeiten wir im laufenden Jahr daran, unser Produktprogramm zu modernisieren und zu ergänzen. Dies gilt in erster Linie für Produkte, die in der Chemie und Petrochemie benötigt werden, für Heizungsumwälzpumpen sowie für Automationssysteme. Indem wir innovative Pumpen, Armaturen und Systeme sowie energiesparende Spezialmotoren entwickeln und auf den Markt bringen, verbessern wir die Chancen, unser Programm positiv von Wettbewerbsprodukten abzuheben und so unser Image als Technologieführer zu stärken.

Eine besondere Bedeutung für die Weiterentwicklung unserer Produkte gewinnt die mit dem Schlagwort „Industrie 4.0“  umschriebene Vernetzung von Fertigungseinrichtungen. Indem wir unsere Pumpen, Armaturen und Automationssysteme zur Web-Kommunikation befähigen, schaffen wir eine von vielen Voraussetzungen für die „vernetzte Fabrik“, die sich teilweise selbst organisiert. Auf diese Weise positionieren wir uns frühzeitig bei den Unternehmen, die Vorreiter dieser Entwicklung sein wollen.

Umwelt

Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt vor allem im Bereich der Produktion zahlreichen Umweltschutzgesetzen und -vorschriften. Durch Umweltschäden jeglicher Art (beispielsweise Grundwasserverschmutzungen, Sanierungsbedarf wegen veralteter Baustoffe oder Geruchsbelästigungen bei dem Einsatz von Chemikalien) können Verluste entstehen, die nicht durch eine Versicherung gedeckt sind. Daher überwachen Beauftragte an allen Standorten die Einhaltung der Gesetze und Vorschriften sowie der KSB-internen Regeln, die teilweise über die vorgegebenen Umweltstandards hinausgehen. Stellen wir Belastungen fest, bilden wir Rückstellungen, um Verpflichtungen für notwendige Sanierungen gerecht zu werden. Im Konzernabschluss 2014 betrugen diese etwa 1 Mio. € für signifikante oder neutrale Risiken.

Bei Akquisitionsprojekten überprüfen wir Liegenschaften vor einem Kauf auf mögliche Altlasten. Kritische Sachverhalte berücksichtigen wir mittels entsprechender vertraglicher Regelungen mit dem Verkäufer und leiten in Absprache mit diesem entsprechende Maßnahmen ein.

In Märkten mit sich verschärfenden umweltrechtlichen Regulierungen gibt es grundsätzlich die Gefahr, dass es durch unsere Produkte und eigene oder zugekaufte Dienstleistungen zu Verstößen kommt, durch die wir die für diese Geschäfte notwendige Genehmigung verlieren und unsere Reputation schädigen. Auch veränderte Haftungsregelungen im Umweltschutz können die Risiken für unseren Geschäftserfolg erhöhen. Über sich anbahnende umweltrechtliche Neuerungen informieren wir uns daher frühzeitig als Mitglied in nationalen und internationalen Fachverbänden. Ferner existieren in unseren Landeseinheiten sogenannte Rechtskataster, die wir permanent pflegen. So stellen wir sicher, dass sich unsere Mitarbeiter an das jeweils geltende Recht halten. Im Rahmen der Managementzertifizierungen überwachen dies außerdem externe Auditoren.

Mit einem globalen Umweltmanagementsystem erkennen wir rechtzeitig Gefahren für Mensch und Natur, die von unseren Aktivitäten ausgehen könnten und leiten gegebenenfalls Schutzmaßnahmen ein. Es bietet uns gute Möglichkeiten, Schadensfällen und deren finanziellen Folgen vorzubeugen. Indem wir unsere Produktions- und Servicewerke durch Auditoren überprüfen und nach internationalen Normen zertifizieren lassen, erhalten wir und unsere Kunden eine hohe Gewissheit, dass die KSB-Betriebe umweltgerecht handeln. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für viele Geschäftsbeziehungen. Sie bietet die Chance, KSB dem Markt als ökologisch unbedenklich arbeitendes Unternehmen zu präsentieren. Auch mit unserer Mitgliedschaft im UN Global Compact  entsprechen wir den Erwartungen unserer Kunden und erhöhen so unsere Auftragschancen.

Weitere unternehmensspezifische Sachverhalte

Um unsere Geschäftsziele zu erreichen, benötigen wir an allen unseren Standorten qualifizierte Mitarbeiter, zu denen beispielsweise technische Spezialisten gehören. Aufgrund des demografischen Wandels in einigen Ländern nimmt der Wettbewerb um diese und andere hochqualifizierte Fachkräfte zu. Er wird sich in Phasen eines wirtschaftlichen Aufschwungs noch verschärfen. Wir begegnen diesem Risiko mit bedarfsorientierten Maßnahmenplänen, einer systematischen Personalplanung und internationalen Rekrutierungsprozessen.

Sich ändernde Marktbedingungen können einen negativen Einfluss auf den Finanzierungsstatus unserer Pensionsverpflichtungen haben. Gerade starke Schwankungen der zur Bewertung heranzuziehenden Kapitalmarktzinsen können sich auf das Jahresergebnis sowie das bilanzielle Eigenkapital erheblich auswirken. Um dieses Risiko zu begrenzen, validieren wir alternative Modelle.

Zu den Risiken im Zusammenhang mit der Tätigkeit unserer Mitarbeiter können prinzipiell auch ein unredliches Verhalten oder Verstöße gegen Rechtsvorschriften gehören. Diese wären geeignet, das Ansehen von KSB zu schädigen. Durch wiederholte Compliance-Schulungen und gezielte Einzelmaßnahmen in kritischen Regionen beugen wir diesen Risiken vor und sichern die Reputation bei unseren Kunden.

Im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit lassen sich Rechtsstreitigkeiten nicht immer vermeiden. Dabei handelt es sich üblicherweise um Streitfälle aus dem operativen Geschäft, in der Regel bei unklaren Gewährleistungsfragen. Erwarten wir aus diesen Sachverhalten negative Auswirkungen auf unseren Geschäftserfolg, bilden wir entsprechende Rückstellungen, die neben der zu erwartenden Schadenshöhe auch die Prozesskosten beinhalten. Um ein Nettorisiko auszuschließen, sind im Konzernabschluss 2014 für solche als signifikante oder neutrale Risiken eingestuften Fälle rund 4 Mio. € berücksichtigt. Weiterhin haben wir Rückstellungen für Streitfälle mit Behörden und für Personalangelegenheiten von insgesamt nochmals 4 Mio. € gebildet, sofern wir sie im Sinne unserer Risikobewertung als signifikant oder neutral einschätzen.

Schwerwiegende geschäftliche Nachteile können infolge der Manipulation und des Verlusts elektronischer Daten entstehen. Wir begrenzen dieses Risiko durch adäquate Sicherungssysteme und Zugangsverfahren. Eine verstärkte Zentralisierung der IT-Systeme unserer verschiedenen Geschäftseinheiten hilft uns hierbei. Damit setzen wir hohe Sicherheitsstandards und verringern so das Risiko für Datenverluste oder -beschädigungen.

Um Kontakte zu potenziellen Mitarbeitern anzubahnen, nutzen wir seit 2014 verstärkt die sozialen Medien im Internet. Diese Kommunikationskanäle erhöhen unsere Chancen, eine hinreichende Auswahl an geeigneten Kandidaten zu erhalten und Fachkräfte international zu rekrutieren. Zugleich sprechen wir über diese Medien junge Menschen an, die sich für eine Ausbildung, ein duales Studium oder ein studienbegleitendes Traineeprogramm interessieren. Ihnen geben wir über Online-Medien einen Einblick in das Unternehmensgeschehen und das soziale Leben bei KSB. Dies kann die Attraktivität unseres Unternehmens als Arbeitgeber bei wichtigen Zielgruppen erhöhen und beitragen, uns im Wettbewerb um die „besten Köpfe“ besser zu platzieren.

2015 beginnen wir, unsere zentrale Infrastruktur zu erneuern und die IT-Services weiter zu standardisieren sowie zu automatisieren. Dies wird es möglich machen, die Mitarbeiter kostengünstiger und schneller mit den benötigten Dienstleistungen zu versorgen.

WESENTLICHE CHANCEN UND RISIKEN NACH SEGMENTEN

Die Chancen und Risiken für die Segmente Pumpen, Armaturen und Service werden, wie bereits im Vorjahr, am stärksten durch die konjunkturelle Entwicklung beeinflusst. Unter anderem die künftige Entwicklung in China ist für uns von Bedeutung. Wesentlich für Pumpen und Armaturen sowie in abgemilderter Form für den Service sind Unsicherheiten hinsichtlich des politischen Risikos – gerade in Osteuropa. Aber auch die unklare Ölpreisentwicklung sowie ein sich verschlechterndes Zahlungsverhalten bergen entsprechendes Risikopotenzial für deren künftige Geschäfte. Eine schneller als erwartet wiederkehrende politische Stabilität, verbunden mit einer Beruhigung der Währungsturbulenzen, hätte voraussichtlich positive Auswirkungen. Dies erwarten wir auch für den Fall, dass sich der Ölpreis überraschend früh erholt. Umgekehrt hätte das Andauern einer politisch unsicheren Lage, kombiniert mit andauernden Abwertungstendenzen bei einigen Währungen, oder ein dauerhaft niedriger Ölpreis nachhaltige negative Effekte auf unser Geschäft. Für unsere bedeutsamste Einflussgröße, die konjunkturelle Entwicklung, sehen wir gegenüber dem Vorjahr eine nahezu unveränderte Risikoeinschätzung. Allerdings erhoffen wir uns auch von unseren wachstumsfördernden Maßnahmen, dass diese das Erreichen unserer Ziele wesentlich unterstützen. Daher sehen wir positive Impulse und somit bessere Chancen für unser Projektgeschäft, trotz möglicher Währungsunsicherheiten. Darüber hinaus bergen die politischen Krisen und die künftige Entwicklung des Ölpreises gleichermaßen Chancen und Risiken für alle Segmente. Rezessionen und einen verschärften Wettbewerb spüren oftmals auch unsere Kunden, was deren Zahlungsfähigkeit in Einzelfällen beeinträchtigen kann.

Negative Währungsveränderungen in Wachstumsländern könnten unsere Exporte, insbesondere die aus unseren europäischen Werken, gefährden. Dies würde es aber auch ermöglichen, dass unsere Produktionsstätten in den betroffenen Ländern von solchen Entwicklungen profitieren und ihrerseits verstärkt exportieren.

RISIKOBERICHT ÜBER DIE VERWENDUNG VON ­FINANZINSTRUMENTEN

Das zentrale Finanzmanagement des KSB Konzerns erfüllt seine Aufgaben innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Handlungsrahmens. Wir richten unsere finanziellen Transaktionen in Art und Umfang strikt auf die Erfordernisse unseres Geschäftes aus; dabei tätigen wir keine Geschäfte mit spekulativem Charakter. Ziel ist es, jederzeit die Liquidität sicherzustellen und unsere Aktivitäten zu optimalen Bedingungen zu finanzieren. Exportgeschäfte tätigen wir unter bestmöglicher Absicherung der Währungs- und Bonitätsrisiken. Unser Forderungsmanagement arbeitet mit ständig verbesserten Methoden daran, unsere Außenstände termingerecht einzubringen. Aufgrund unseres Geschäftes müssen wir uns mit folgenden finanzwirtschaftlichen Risiken auseinandersetzen:

Einerseits unterliegen wir dem sogenannten Kreditrisiko. Hierunter verstehen wir den möglichen Ausfall oder verspäteten Eingang vertraglich vereinbarter Zahlungen. Darüber hinaus besteht ein Liquiditätsrisiko. Dies zeigt sich darin, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig erfüllen kann. Ferner sind wir dem sogenannten Marktpreisrisiko ausgesetzt. Währungs- oder Zinsänderungen können einen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben. Risiken von Wertpapier-Kursschwankungen sind für uns nicht wesentlich.

Um Risiken aus Geschäften mit unterschiedlichen Währungen zu verringern, ergreifen wir Maßnahmen zur Kurssicherung. Dafür nutzen wir in erster Linie Devisenterminkontrakte, sowohl für bereits bilanzierte Geschäfte als auch für zukünftige Zahlungsströme aus noch abzuwickelnden Aufträgen. Zur Abdeckung der Währungsrisiken bestehen zum Jahresende Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von insgesamt 235,0 Mio. € (Vorjahr 211,9 Mio. €). Überwiegend sind Fremdwährungspositionen in USD gesichert. Indem wir unsere Produktionsstandorte weltweit stärken, können wir eine „natürliche“ Währungssicherung bei weiter volatilen Devisenmärkten realisieren.

Um Zinsänderungsrisiken zu minimieren, haben wir Zinsswaps abgeschlossen, mit denen wir Zahlungsströme aus Grundgeschäften in Höhe von 60,6 Mio. € (Vorjahr 70,7 Mio. €) absichern. Grund- und Sicherungsgeschäfte stimmen hinsichtlich ihrer variablen Zinsbindung und Fälligkeiten (1 bis 3 Jahre) überein.

All diese Risiken begrenzen wir mittels eines adäquaten Risikomanagementsystems. Durch Richtlinien und Arbeitsanweisungen regeln wir den Umgang mit diesen Risiken. Darüber hinaus überwachen wir ständig die aktuellen Risikoausprägungen und geben die gewonnenen Erkenntnisse in Form standardisierter Berichte sowie individueller Analysen an Vorstand und Aufsichtsrat weiter.

Weitere Informationen zu den drei Risikobereichen und der bilanziellen Auswirkung finden Sie im Konzernanhang im Kapitel „VI. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten“.

GESAMTBEURTEILUNG DER CHANCEN UND RISIKEN DURCH DEN VORSTAND

Die Chancen und Risiken des KSB Konzerns werden ganz wesentlich von gesamtwirtschaftlichen Einflussfaktoren und deren Effekten auf die weltweiten Maschinenbaumärkte und den Wettbewerb geprägt.

Die gesamte Risikolage hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich geändert, wohl aber die Einschätzung verschiedener Einzelrisiken infolge unserer eigenen Maßnahmen sowie partiell anderer interner und externer Rahmenbedingungen. Insgesamt gehen wir für das nächste Jahr von einer moderaten Konjunkturbelebung aus. Unsere Strukturmaßnahmen werden uns bei der Erreichung unserer Ziele zusätzlich unterstützen. Nachlassende Konjunkturdynamik in den Wachstumsmärkten sowie negative Entwicklungen, die aus den politischen Unruheregionen in Osteuropa, der künftigen Ölpreisentwicklung oder volatilen Währungen resultieren könnten, stellen allerdings Risiken dar. Dies hätte sowohl negative Effekte auf unser Geschäftsvolumen als auch auf das geplante Ergebnis.

Der KSB Konzern baut in diesem Umfeld weiter auf seine Fähigkeit, Kapazitäten und Ressourcen flexibel den sich ändernden Marktbedingungen anzupassen. Um im Wettbewerb dauerhaft zu bestehen, sind für uns eine solide finanzielle Position und eine effiziente Kostenstruktur von zentraler Bedeutung. Wir sind überzeugt, dass wir die sich aus den oben genannten Risiken ergebenden Herausforderungen weiterhin erfolgreich meistern können.

Das eingeführte Risikomanagementsystem sowie die damit im Zusammenhang stehenden organisatorischen Maßnahmen erlauben es dem Vorstand, Risiken zeitnah zu erkennen und adäquate Maßnahmen einzuleiten. Der Fokus der Aktivitäten im Jahr 2015 wird angesichts der teilweise unsicheren Entwicklung weiterhin auf dem Management der Marktrisiken liegen. Der Vorstand stellt auf Basis des vom KSB Konzern etablierten Risikomanagementsystems wiederum fest, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Risiken erkennbar sind, die zu einer dauerhaften und wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des KSB Konzerns führen könnten.

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