Geschäftsverlauf

Das Jahr 2014 war für KSB mit organisatorischen Änderungen verbunden. Ihr Kernstück bildete die Neuausrichtung unserer Verkaufsmannschaften auf drei voneinander getrennte Vertriebskanäle. Über diese betreuen wir heute unsere Kunden im Projektgeschäft und im Breitengeschäft sowie die Endabnehmer unserer Produkte. Unsere Verkäufer beraten und bedienen die Kunden auf diesen Vertriebswegen entsprechend der unterschiedlichen Bedarfe an technischer Expertise, standardisierten Bestellverfahren sowie After-Sales-Leistungen.

In der Versorgung dieser Kundengruppen mit Produkten und Dienstleistungen unterschied sich die Auftragslage deutlich nach Branchen und Regionen. Zu den positiven Determinanten unseres Geschäfts gehörten ein sich leicht erholendes Kraftwerksgeschäft, das mehrere größere Aufträge für Projekte in Asien, im Mittleren Osten und in Südamerika einschloss, sowie das Armaturengeschäft mit der Ausrüstung von Tankschiffen. Speziell bei der Vergabe von Großaufträgen aus der Energiewirtschaft hielt aber der Preisdruck weiter an. Ebenfalls positiv gestaltete sich der Auftragseingang für wasser- und abwassertechnische Produkte sowie für Pumpen und Arma­turen zum Einsatz im Bergbau. Hier nutzten wir, bei einer geringeren Zahl neuer Minenprojekte, die Chancen, die sich aus der Modernisierung und dem Ersatzbedarf vorhandener Bergwerke ergaben. Das Geschäft mit industrietechnischen Produkten entwickelte sich leicht negativ; im Baugewerbe blieb die Auftragsentwicklung sogar sehr deutlich hinter der des Vorjahres zurück.

WACHSTUM BEI PUMPEN UND ARMATUREN

Insgesamt hat sich der Auftragseingang im Konzern um 80,0 Mio. € auf 2.321,2 Mio. € erhöht. Dies entspricht einer Wachstumsrate von 3,6 % und damit unserer Prognose aus dem vorausgegangenen Geschäftsbericht. Ohne die Effekte der Abwertung mehrerer südamerikanischer Währungen, des russischen Rubels und des südafrikanischen Rands gegenüber dem Euro wäre dieser Anstieg noch um rund 53 Mio. € deutlicher ausgefallen.

Dubai: Die KSB Middle East FZE versorgt die Region mit Pumpen, Armaturen und Service.

Für die Steigerung war vor allem das Geschäft mit Pumpen verantwortlich; der Ordereingang bei Armaturen entwickelte sich ebenfalls sehr erfreulich; lediglich das Volumen der Aufträge für Serviceleistungen war geringer als im Vorjahr.

Mit einem Zuwachs um 70,9 Mio. € auf 1.524,1 Mio. € erzielten wir im Segment Pumpen die, absolut betrachtet, größte Steigerung. Prozentual hat sich der Wert der für Pumpen eingegangenen Bestellungen gegenüber 2013 um 4,9 % und damit im Rahmen unserer Prognose erhöht. Für diese Verbesserung sind zum einen Großprojekte wie der Neubau von Kraftwerksblöcken in Brasilien, Finnland und Saudi-Arabien verantwortlich. Zum anderen haben wir den Ausbau unseres Breitengeschäfts mit Standardpumpen gefördert. Dazu steigerten wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Norm- und Blockpumpen, indem wir verstärkt kundennahe Fertigungsstandorte nutzten. Außerdem brachten wir technisch überarbeitete Wärmeträgerpumpen in Standardausführungen in den Markt.

Mit Armaturen erhöhten wir unseren Auftragseingang 2014 um 20,4 Mio. € auf 407,4 Mio. €. Dies entspricht einem prozentualen Zuwachs von 5,3 % und damit der für dieses Segment prognostizierten Steigerung. Sehr wesentlich für diesen Erfolg war das Geschäft mit Absperrklappen zum Einsatz in Flüssiggas-Tankschiffen und zugehörigen Anlagen an Land, wovon neben der französischen KSB S.A.S. unsere südkorea­nische Gesellschaft KSB Seil Co., Ltd. profitierte. In den Tieftemperaturbereichen zur Gasverflüssigung und Regasifizierung kamen dabei vermehrt unsere Ende 2012 in den Markt eingeführten trizentrischen Absperrklappen  sowie unsere Systeme zur Armaturen-Fernsteuerung zum Einsatz. Im Auftragseingang für kraftwerkstechnische Armaturen machten sich Bestellungen für Anlagen in Brasilien und China positiv bemerkbar. Nachfragebedingt rückläufig war hingegen das Armaturengeschäft in der Industrie einschließlich der Chemie und Petrochemie.

Im Segment Service verzeichneten wir 2014 einen Rückgang um 2,8 % bei den Aufträgen für Dienstleistungen und servicerelevante Produkte. Das Volumen eingehender Bestellungen reduzierte sich um 11,2 Mio. € auf 389,7 Mio. €; erwartet hatten wir ein deutliches Wachstum. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war die unerwartet stark sinkende Nachfrage von Energieversorgern in Europa, insbesondere in Deutschland; hinzu kam, dass mehrere Servicekunden in Frankreich Produktionsstätten schlossen.

EUROPÄISCHE GESELLSCHAFTEN STEIGERN AUFTRAGS­EINGANG

Die Konzerngesellschaften in Europa erzielten ein Wachstum von 6,6 %. Zum Auftragsvolumen in Höhe von 1.427,0 Mio. € haben in erster Linie die Bestellungen der Energiewirtschaft und der Handelsmarine beigetragen. Die KSB AG entwickelte sich dank mehrerer Exportaufträge für Kraftwerksausrüs­tungen ebenfalls positiv: Sie verbesserte ihren Auftragseingang um 5,1 % auf 848,7 Mio. €.

Eine positive Entwicklung, mit zweistelligen Steigerungs­raten, wiesen die Gesellschaften in den bisherigen Krisenstaaten Spanien und Portugal auf. Auch mehrere osteuropäische Tochterunternehmen konnten sich deutlich bis stark verbessern. Aufgrund der genannten Schwierigkeiten in Russland vermochte die OOO “KSB” in Moskau diesem Trend allerdings nicht zu folgen.

Die in der Region Mittlerer Osten / Afrika konsolidierten Unternehmen blieben mit 122,5 Mio. € um 5,5 % unter dem Auftragseingang des Vorjahres. Allerdings haben deren Vertriebsaktivitäten beigetragen, KSB-Gesellschaften anderer Regionen in Infrastrukturprojekte zur Energie- und Wasserver­sorgung sowie zur Abwasserreinigung einzubinden.

Der Auftragseingang unserer Unternehmen in Asien bewegte sich mit 357,0 Mio. € in etwa auf Vorjahresniveau (+ 0,4 %). Eine jeweils zweistellige Wachstumsrate erreichten unsere beiden koreanischen Gesellschaften: Sie profitierten von der Ausrüstung von Tankschiffen durch die koreanischen Werften und dem Bedarf der inländischen Anlagenbauer. Der Auftragseingang in Indien lag hingegen unter dem von 2013; hier hatte das im zweiten Halbjahr verbesserte Investitionsklima die Nachfrage nach Pumpen und Armaturen noch nicht entscheidend stimuliert. In China war unser Geschäft mit Arma­turen rückläufig.

Die Unternehmen in der Region Amerika / Ozeanien haben mit 414,7 Mio. € und einer Veränderung um – 0,6 % annähernd den Auftragseingang des Vorjahres erreicht.

In Nordamerika glichen wir dazu in Kanada und den USA die geringere Anzahl neuer Bergbauprojekte durch verstärkte Aktivitäten in anderen Branchen aus. Hierzu zählte auch unser Engagement in der Energiewirtschaft. Darüber hinaus erhielten wir vermehrt Aufträge für Service und Ersatzteile, sodass sich insbesondere die auf Dienstleistungen spezialisierten ­US-Töchter in Kalifornien und Texas gut entwickelten.

Unseren Gesellschaften in Südamerika gelang es, das Breitengeschäft mit Standardpumpen auszubauen. Dieses reichte allerdings im Volumen noch nicht an das Projektgeschäft heran, das sich vorwiegend mit Aufträgen aus der Öl- und Gas­industrie, dem Bergbau und der Wasserwirtschaft speist. Aufgrund der größtenteils schwachen Entwicklung der südamerikanischen Volkswirtschaften blieb die Anzahl solcher Projekte begrenzt. Besonders unsere beiden brasilianischen Gesellschaften litten unter der schwachen Konjunktur.

In Australien sah sich unsere dortige Gesellschaft einer rezessiven Entwicklung der Wirtschaft gegenüber. Das verarbeitende Gewerbe zog sich aufgrund der hohen Löhne ­weiter zurück; zugleich litt der Minensektor unter der schwächeren Nachfrage nach Rohstoffen aus Asien. Die KSB ­Australia Pty Ltd verzeichnete demzufolge einen deutlichen Auftragsrückgang und reagierte mit strukturellen Verän­derungen sowie der Schließung eines Produktionsstandortes.

RÜCKLÄUFIGE UMSATZENTWICKLUNG IM KONZERN

Der Konzernumsatz lag 2014 um 2,9 % unter dem des Vorjahres und erreichte ein Volumen von 2.181,7 Mio. €. Der Rückgang um 65,6 Mio. € ist die Folge negativer Währungseffekte (etwa 53 Mio. €), geht aber zu einem geringeren Teil auch auf die niedrigere Zahl von Projektaufträgen in den Vorjahren zurück. Den von uns prognostizierten „moderaten Anstieg“ des Konzernumsatzes haben wir daher nicht erreicht.

Der Umsatz im Segment Pumpen lag mit 1.437,9 Mio. € um 5,8 % unter dem des Jahres 2013; im Vorjahresbericht waren wir von einem „geringen Anstieg“ ausgegangen. Trotz des um 88,3 Mio. € kleineren Volumens blieb das Geschäft mit dieser Produktgruppe das mit Abstand bedeutsamste. Annähernd zwei Drittel des Konzernumsatzes entfielen auf ein- und mehrstufige Pumpen, Tauchmotorpumpen sowie zugehörige Antriebe und Automationsgeräte.

Umsatz nach Segmenten

Ein erwartungsgemäß leichtes Wachstum, um 1,7 %, verzeichneten wir im zweitgrößten Segment Armaturen. Mit Ventilen, Klappen, Schiebern und zugehörigen Antriebs- und Regelgeräten erzielten wir einen Umsatz von 378,8 Mio. €. Dieser war somit um 6,3 Mio. € höher als der des Vorjahres. Entscheidend für diese positive Entwicklung war die starke Nachfrage nach unseren Tieftemperaturklappen.

Im Segment Service lag der Umsatz um 28,5 Mio. €, gleich 7,1 %, unter dem des Vorjahres. Im Geschäft mit Inspektion, Wartung, Reparatur, zugehörigen Ersatzteilen sowie Systemanalysen und Effizienzberatungen erreichten wir ein Umsatzvolumen in Höhe von 373,8 Mio. €. Angestrebt hatten wir einen deutlichen Zuwachs.

ANHALTENDES UMSATZWACHSTUM IN DER REGION MITTLERER OSTEN / AFRIKA

In den Regionen Europa (– 2,1 %), Asien (– 3,9 %) und Amerika (– 7,5 %) war der Umsatz 2014 rückläufig, teils bedingt durch die genannten Effekte der Wechselkursänderungen. Die Gesellschaften in der Region Mittlerer Osten / Afrika konnten ihre positive Umsatzentwicklung fortsetzen (+ 7,4 %), trotz der Wertverluste des südafrikanischen Rands und der türkischen Lira gegenüber der Konzernwährung Euro.

Die europäischen Gesellschaften erzielten einen Umsatz von 1.329,4 Mio. €, der damit um 29,0 Mio. € geringer war als der des Vorjahres. Einbußen hatten in erster Linie die KSB AG und die russische OOO “KSB” zu verkraften. Der Umsatz der KSB AG (nach HGB) war dabei mit 814,9 Mio. € um 4,8 % niedriger als im Vorjahr.

Die konsolidierten Unternehmen der Region Mittlerer Osten / Afrika verbesserten ihren Umsatz um 8,7 Mio. € und erreichten ein Gesamtvolumen von 126,1 Mio. €. Die stärksten Wachstumsimpulse kamen dabei von der KSB Middle East FZE mit Sitz in Dubai.

In der Region Asien belastete vor allem das schwächere China-Geschäft der beiden Vorjahre die Umsatzentwicklung. Dieses stand im Zusammenhang mit einem geringeren Volumen an Projektaufträgen. Den Umsatzrückgang in China konnten die positiven Entwicklungen in Indien sowie in kleineren ost- und südostasiatischen Gesellschaften nicht voll ausgleichen. Das Umsatzvolumen blieb daher mit 339,0 Mio. € um 13,7 Mio. € unter dem von 2013.

In der Region Amerika / Ozeanien wirkten sich 2014 die Wechselkurs-Veränderungen am stärksten negativ aus. Daher war der in der Konzernwährung Euro verbuchte Umsatz im Vorjahresvergleich um 31,6 Mio. € geringer. An dem Umsatz­volumen in Höhe von 387,2 Mio. € hatten die GIW Indus­tries, Inc. in den USA sowie die brasilianische KSB Bombas Hidráulicas S.A., trotz Einbußen, die mit Abstand größten Anteile.

To top